NCA-Bericht: Online-Gaming kann Einstieg in Cyberkriminalität erleichtern

Die britische National Crime Agency veröffentlichte am 13. Januar 2017 den Bericht Pathways Into Cyber Crime. Die Untersuchung beschreibt anhand von Ermittlungsdaten und Gesprächen, wie junge Menschen in Großbritannien mit Cyberkriminalität in Kontakt kommen können.

Der Bericht grenzt diese Beobachtung ausdrücklich ein: Die große Mehrheit der Online-Spieler entwickelt sich nicht zu Cyberkriminellen. Untersucht wurden vor allem Wege in einfache cyberabhängige Straftaten und mögliche Übergänge zu technisch anspruchsvolleren Delikten. Als Motive nennt die NCA unter anderem Anerkennung in Online-Gruppen, Neugier und den Wunsch, technische Aufgaben zu lösen. Finanzielle Gründe standen nicht immer an erster Stelle.

Gaming-Foren als erste Berührung

Bei der Operation VIVARIUM befragten Ermittler 23 Personen dazu, wie sie erstmals mit Technik und Computern in Kontakt kamen. Vierzehn nannten Gaming, vier allgemeines Interesse, zwei Familie, zwei Schule und eine Person Freunde. Die NCA wertete Online-Gaming deshalb als häufigen Ausgangspunkt in den untersuchten Fällen, nicht als allgemeine Erklärung für Cyberkriminalität.

Als konkretes Umfeld beschreibt der Bericht DDoS-Angriffe gegen andere Spieler und die Nutzung von sogenannten Booter- oder Stresser-Diensten. Betroffene können dadurch erstmals mit solchen Werkzeugen in Berührung kommen und sie aus Rache oder für einen Spielvorteil selbst ausprobieren. Der Bericht nennt sowohl PC- als auch Konsolenspiele.

Modding verbindet Spielpraxis und Programmierung

Die NCA nennt außerdem Gaming-Cheat-Seiten und Modding-Foren als mögliche Übergänge zu kriminellen Hackerforen. Beim Modding erworbene Fähigkeiten wie Programmieren können demnach später für die Erstellung oder Anpassung illegaler Werkzeuge missbraucht werden. Ein früherer Fall mit einem Keylogger in GTA-V-Mods zeigt eine andere Sicherheitsfolge manipulierter Spieldateien.

Als Gegenmaßnahme empfiehlt die NCA frühe Aufklärung, Vorbilder und positive Mentoren. Technisches Interesse und Programmierfähigkeiten sollen in legale Wege gelenkt werden, etwa in die Cybersecurity, die Gaming-Industrie oder die Softwareentwicklung. Der Bericht basiert auf einer begrenzten Zahl von Gesprächen und kennzeichnet seine Aussagen deshalb als Einschätzungen der Behörde.

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