Microsoft hat den Quellcode der Graph Engine und ihrer Abfragesprache LIKQ auf GitHub bereitgestellt. Das Repository steht unter MIT-Lizenz. Die Engine richtet sich an Anwendungen, die große verknüpfte Datenbestände im Arbeitsspeicher eines Rechnerverbunds verarbeiten sollen.
Verteilter Datenspeicher statt Rendering-Engine
Die Projektdokumentation des Veröffentlichungsstands beschreibt einen stark typisierten In-Memory-Schlüssel-Wert-Speicher und eine allgemeine verteilte Berechnungskomponente. Der Begriff Engine bezeichnet hier also keine Spiel- oder Grafikengine. Im Mittelpunkt stehen Datenhaltung und Verarbeitung über mehrere Rechner hinweg.
Die mitgelieferte Language Integrated Knowledge Query, kurz LIKQ, ist für Graphabfragen vorgesehen. Microsoft nennt als konkrete Verwendung die Academic Graph Search Knowledge API innerhalb der Cognitive Services. Das Repository öffnet damit sowohl die technische Grundlage als auch die darauf aufbauende Abfragesprache.
Beispiele, Visual-Studio-Erweiterung und NuGet
Zum Code gehört ein Beispiel für kürzeste Wege von einem Startknoten. Dessen Anleitung trennt den Start des Servers, das Erzeugen eines Graphen, die Berechnung der Distanzen und die Abfrage eines einzelnen Knotens. Damit lässt sich der Ablauf an einem überschaubaren Beispiel nachvollziehen.
Für die Installation verweist Microsoft auf eine Graph-Engine-Erweiterung in Visual Studio und das NuGet-Paket Graph Engine Core. Eine Bindung an Visual Studio 2017 behauptet die damalige README nicht. Änderungen am Code sollen über Pull Requests an den Entwicklungszweig eingereicht werden.
Mit dem DirectX Shader Compiler hatte Microsoft kurz zuvor ein anderes Entwicklungswerkzeug offengelegt. Für Graph Engine erlaubt die MIT-Lizenz ebenfalls Nutzung, Anpassung und Weitergabe unter Erhalt der Lizenz- und Urheberrechtshinweise. Der Code wird ohne Gewährleistung bereitgestellt.

