Ubisoft will politische Themen in seinen offenen Spielwelten nicht grundsätzlich ausschließen. Tommy François, Vice President of Editorial, erläutert im Unternehmensinterview vom 7. Juni 2019, dass unterschiedliche Perspektiven eigene Urteile ermöglichen sollen. Er beschreibt damit Ubisofts Gestaltungsabsicht, keine nachgewiesene Wirkung auf das Publikum.
François unterscheidet systemische Open-World-Spiele von stärker vorgegebenen Erzählungen. Handlungen, Figuren, Orte und Benutzeroberflächen können zur Spielerfahrung beitragen. Als mögliche Entwicklungsrichtungen nennt er emergente Geschichten und KI mit eigenen Zielen. Diese Möglichkeiten seien noch nicht vollständig umgesetzt.
Zwischen Erzählziel und Produktionsgrenzen
Der Anspruch hat Produktionsgrenzen: Inhalte werden laut François wegen Zeit- und Ressourcenproblemen, aber auch wegen stereotypischer oder respektloser Darstellungen gekürzt. Bei Far Cry 5 sei es nicht möglich gewesen, sämtliche Perspektiven abzubilden. Das Interview beschreibt also auch die Differenz zwischen gewünschter Vielfalt und tatsächlich ausgelieferten Spielen.
Ubisoft hatte 2018 sein Berliner Studio mit mehr als 60 Beschäftigten offiziell eröffnet. Der Standort arbeitete bereits an Co-Entwicklungsprojekten. François spricht im Interview dagegen über übergreifende Gestaltungsziele des Publishers, nicht über eine konkrete Zuständigkeit des Berliner Teams.

