Der australische Federal Court hat Valve am 23. Dezember 2016 zu einer Geldstrafe von insgesamt drei Millionen australischen Dollar verurteilt. Das teilt die Wettbewerbsbehörde ACCC am 3. Januar 2017 mit. Gegenstand sind irreführende Angaben zu Verbraucherrechten in Steam-Vertragsbedingungen und Rückerstattungsregeln.
Gesetzliche Ansprüche lassen sich nicht ausschließen
Bereits im März 2016 hatte das Gericht Verstöße gegen das Australian Consumer Law festgestellt. Beanstandet wurden Aussagen über die Möglichkeit, Geld für Spiele zurückzuerhalten, die nicht die gesetzlich geschuldete Qualität aufweisen. Es geht damit nicht um einen allgemeinen Anspruch auf Rückgabe beliebiger Spiele ohne Grund.
Die ACCC betont, dass die gesetzlichen Garantien auch für ausländische Anbieter gelten, die an australische Verbraucher verkaufen. Solche Ansprüche dürfen nicht durch Vertragsbedingungen ausgeschlossen oder eingeschränkt werden.
Informationen, interne Regeln und weitere Auflagen
Valve muss außerdem zwölf Monate lang über australische Verbraucherrechte auf seiner Website informieren und ein internes Programm zur Einhaltung der Regeln einführen. Vergleichbare irreführende Aussagen gegenüber australischen Kunden sind für drei Jahre untersagt.
Von diesen gesetzlichen Ansprüchen zu unterscheiden ist die 2015 eingeführte freiwillige Steam-Rückerstattung mit Fristen für Kaufdatum und Spielzeit. Die Voraussetzungen dieser zusätzlichen Kulanzregel beschreiben nicht abschließend die Rechte bei mangelhaften Produkten.

