Python 3.6 unterstützt lange Windows-Pfade und sichere Tokens

Python 3.6.0 ist erschienen. Die neue Version erleichtert Windows-Entwicklern den Umgang mit langen Dateipfaden und ergänzt die Standardbibliothek um Werkzeuge für sicherheitsrelevante Zufallswerte. Hinzu kommen neue Sprachfunktionen, darunter formatierte Zeichenketten und asynchrone Generatoren.

Lange Windows-Pfade brauchen die passende Systemeinstellung

Mit Python 3.6 können unter Windows auch Pfade mit mehr als 260 Zeichen verarbeitet werden. Das betrifft unter anderem das Öffnen von Dateien sowie Funktionen des Moduls os. Bei tief verschachtelten Projektordnern kann damit eine bisherige Fehlerquelle wegfallen.

Allein das Python-Update genügt dafür allerdings nicht: Windows muss lange Pfade unterstützen, und ein Administrator muss die entsprechende Gruppenrichtlinie oder den Registry-Wert LongPathsEnabled aktivieren. Die Freischaltung hebt auch nicht pauschal die Grenzen anderer Windows-Programme auf.

Python nutzt außerdem standardmäßig UTF-8 für die interaktive Windows-Konsole und für die Kodierung von Dateipfaden.

Secrets liefert Zufallswerte für Passwörter und Tokens

Das neue Modul secrets greift auf die sichere Zufallsquelle des Betriebssystems zu. Es ist für Aufgaben wie Authentifizierung, Sicherheitstokens oder das Erzeugen von Passwörtern gedacht. Der gewöhnliche Zufallsgenerator aus random bleibt dagegen für Simulationen und Modellierung vorgesehen, nicht für kryptografische Zwecke.

Für Links zum Zurücksetzen eines Passworts lassen sich beispielsweise URL-taugliche Tokens erzeugen. Weitere Funktionen liefern zufällige Bytes oder hexadezimale Zeichenketten. Entwickler müssen dafür keine eigene Token-Erzeugung aus den allgemeinen Zufallsfunktionen zusammensetzen.

Die Downloads für Python 3.6.0 umfassen unter anderem Windows-Installationsprogramme für 32 und 64 Bit sowie den Quellcode. Release-Manager Ned Deily kündigt erste Wartungsupdates für die 3.6-Reihe ab dem ersten Quartal 2017 an.

Bild: Python Software Foundation

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