WSL: Microsoft plant bessere Anbindung an Virenscanner

Microsoft will die Zusammenarbeit von WSL mit Virenscannern und Firewalls verbessern. In einem technischen Beitrag vom 1. November 2016 beschreibt das Entwicklerteam Probleme mit der im Windows 10 Anniversary Update enthaltenen Beta. Genannt werden blockierte Internetverbindungen, gescheiterte Installationen und unerwartetes Verhalten bei Verzeichniszugriffen und Dateirechten.

Linux-Programme laufen als Pico-Prozesse

Das Windows Subsystem for Linux führt unveränderte Linux-Programme im ELF64-Format aus. Dafür verwendet es sogenannte Pico-Prozesse. Anders als übliche Win32-Prozesse besitzen diese beispielsweise keinen Win32 Process Environment Block. Systemaufrufe und Ausnahmen werden an einen zugeordneten Treiber weitergereicht. Diese Unterschiede müssen Sicherheitsprodukte berücksichtigen.

Für die erste Beta hatte Microsoft nach eigener Darstellung keine reibungslose Zusammenarbeit mit externen Antivirus-Anbietern sichergestellt. Die beschriebenen Störungen betreffen damit die Integration unterschiedlicher Systemkomponenten. Der Beitrag belegt keine einzelne Schadsoftware und meldet auch keine neue Sicherheitslücke mit eigener CVE-Kennung.

Neue Benachrichtigungen erst für eine kommende Windows-Version

Geplant sind Abfragen zum Subsystemtyp von Prozessen und Threads sowie erweiterte Prozess- und Thread-Benachrichtigungen. Sicherheitsanbieter sollen damit ihre bestehende Erkennungslogik um WSL-spezifische Behandlung ergänzen können. Microsoft spricht ausdrücklich von der nächsten Windows-Veröffentlichung, nicht von einer bereits ausgelieferten allgemeinen Korrektur.

Die kurz zuvor vorgestellte Verbindung von Windows-Programmen und Bash in WSL erweitert dagegen den Arbeitsablauf für Entwickler. Eine funktionierende Programmkombination beweist noch nicht die Kompatibilität mit jeder installierten Sicherheitslösung. Auf Entwicklungsrechnern sind daher Betriebssystemstand und eingesetztes Schutzprodukt getrennt zu prüfen.

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