Die NBASE-T Alliance hat am 27. September 2016 die Freigabe des Ethernet-Standards IEEE 802.3bz bekanntgegeben. Er definiert 2,5 und 5 Gigabit pro Sekunde über Twisted-Pair-Kupferverkabelung. Laut Abschlussseite der IEEE-Arbeitsgruppe erfolgte die Zustimmung des IEEE-SA Standards Board am 22. September.
Die beiden Datenraten liegen zwischen dem verbreiteten Gigabit-Ethernet und 10-Gigabit-Ethernet. Die Alliance sieht den Vorteil vor allem in der Weiterverwendung installierter Cat5e- und Cat6-Kabel. Ein Gebäudenetz muss dadurch nicht allein wegen des Wechsels auf eine der neuen Geschwindigkeitsstufen vollständig neu verkabelt werden.
Produkte existieren bereits vor der Standardfreigabe
NBASE-T ist nicht erst mit dem IEEE-Beschluss entstanden. Die 2014 gegründete Alliance hat eigene Spezifikationen entwickelt, auf deren Grundlage unter anderem Chips und Switches angeboten werden. Diese Vorarbeiten stimmen nach ihren Angaben mit der Grundlage des IEEE-Standards überein. Für bestehende NBASE-T-Produkte erwartet sie kleinere Softwareupdates zur Standardkompatibilität. Das ist keine pauschale Freigabe für jedes bereits ausgelieferte Gerät.
Mehr Bandbreite braucht passende Endpunkte
Als Einsatzfelder nennt die Alliance schnellere WLAN-Zugangspunkte und Systeme mit großen Dateiübertragungen. Für Entwicklungs- und Content-Teams ergibt sich daraus ein möglicher Nutzen bei Build-Dateien, Backups oder Videomaterial. Die Leitung allein bestimmt jedoch nicht die Übertragungsrate: Switch, Netzwerkadapter und Gegenstelle müssen den gewählten Modus unterstützen.
Ein Beispiel für die bisherige Ausstattung sind WDs My-Cloud-Business-NAS mit Gigabit-Ethernet-Anschlüssen. Solche Anschlüsse werden durch die Verabschiedung eines neuen Standards nicht schneller. Bei der Planung zählt deshalb die gesamte Übertragungsstrecke, einschließlich der Speicherleistung des Servers, nicht nur die nominelle Datenrate des Kabelnetzes.

