Am 21. August 2016 beschrieb Michis Blog die Einrichtung von Smart Queue Management unter OpenWRT beziehungsweise LEDE. Die Konfiguration soll Bufferbloat verringern. Dabei entstehen zusätzliche Verzögerungen, wenn ein Router bei hoher Auslastung große Datenmengen zwischenspeichert. Das betrifft unter anderem parallele Audio-, Video- und Sprachübertragungen. Für Online-Spiele kann eine geringere zusätzliche Latenz hilfreich sein, die tatsächliche Wirkung hängt aber von der jeweiligen Leitung und dem Router ab.
Das Thema berührt auch technische Streaming-Setups. Ein früherer Beitrag zum 1080p-Livestream mit Raspberry Pi zeigt, wie stark solche Anwendungen von einer passenden Netzwerk- und Videokette abhängen.
SQM über LuCI einrichten
Auf einem Router mit OpenWRT oder LEDE wird das Paket luci-app-sqm über die LuCI-Oberfläche installiert. Der Weg führt über den Bereich „System“ und anschließend „Software“. Das Paket bringt seine Abhängigkeiten mit. Vor der Installation dürfen laut der Anleitung die Pakete qos-scripts und luci-app-qos nicht eingerichtet sein.
WAN-Schnittstelle und Leitungswerte
In den SQM-Einstellungen wird zunächst die WAN-Schnittstelle ausgewählt. Welche Bezeichnung dafür verwendet wird, lässt sich in LuCI unter „Network“ und „Interfaces“ prüfen. Für Downstream und Upstream empfiehlt die Originalanleitung zunächst Werte zwischen 80 und 95 Prozent der tatsächlich gemessenen Bandbreite. Mehrere Speedtests können helfen, die Eingaben an die eigene Verbindung anzupassen.
Im Reiter „Queue Discipline“ nennt die Anleitung cake als Queueing-Methode und piece_of_cake.qos als Queue-Setup-Skript. Unter „Link Layer Adaptation“ muss die Einstellung zur verwendeten Leitungsart passen. Bei einem Kabelanschluss bleibt laut Quelle der Standardwert bestehen. Nach dem Speichern übernimmt SQM die Steuerung der Datenwarteschlangen. Die Konfiguration ist alternativ auch über die OpenWRT-Konsole mit opkg update, opkg install sqm-scripts und der Datei /etc/config/sqm möglich.
