Marvell hat am 9. August 2016 den SSD-Controller Marvell 88NV1160 für kompakte Computer vorgestellt. Der Hersteller nennt Ultrabooks und Produktivitäts-Tablets als Einsatzfelder. Erste Muster gehen nach Unternehmensangaben an ausgewählte Kunden. Das ist noch keine Ankündigung eines fertigen Laufwerks im Einzelhandel.
PCIe 3.0 x2 und Host Memory Buffer
Der Baustein bindet SSDs über zwei PCIe-3.0-Lanes und NVMe an. Marvell nennt eine Lesegeschwindigkeit von bis zu 1.600 MB/s. Dabei handelt es sich um eine Herstellerangabe, nicht um einen unabhängigen Test. Die Architektur verzichtet auf einen eigenen DRAM-Baustein, enthält aber SRAM und unterstützt Host Memory Buffer. DRAM-los bedeutet deshalb nicht, dass keinerlei Pufferspeicher vorhanden ist.
Marvell führt zwei ARM-Cortex-R5-Prozessorkerne und eine Fertigung in 28 Nanometern auf. Das 9 mal 10 Millimeter große Controllergehäuse soll sich für kurze M.2-Formate eignen. Daneben nennt das Unternehmen BGA-SSDs, bei denen sich Speicherkomponenten in einem kompakten Gehäuse kombinieren lassen.
Kompakte Bauform ist kein Leistungsnachweis
Für mobile Entwicklungs- und Produktionsrechner sind Baugröße und Speicherleistung getrennt zu betrachten. Ein kleiner Controller kann die Konstruktion flacher Geräte erleichtern. Ob ein fertiges Notebook große Projektdateien schnell verarbeitet, lässt sich aus dessen maximaler Leserate allein jedoch nicht ableiten. Dazu wären Messungen am vollständigen System mit passender Arbeitslast nötig.
Der Wechsel von SATA zu PCIe-SSDs mit NVMe betrifft Schnittstelle und Befehlsverarbeitung. Er liefert für sich genommen keine verlässliche Prognose für Build-Zeiten oder Spieleladezeiten. Für die Bewertung eines konkreten Laufwerks fehlen hier unter anderem Messungen zu Schreibzugriffen und länger anhaltender Belastung. Auch Preis und Verfügbarkeit fertiger SSDs nennt die Ankündigung nicht.

