Forschende der Cornell University haben am 21. Juni 2016 ein kooperatives Sprachlernspiel namens Crystallize beschrieben. Die Spieler bewegen sich durch eine virtuelle Umgebung, lösen Aufgaben und wenden dabei Japanisch in Gesprächen an.
Virtuelle Aufgaben statt Karteikarten
Crystallize setzt auf Situationen, in denen Sprache unmittelbar gebraucht wird. Spieler müssen sich in der Welt orientieren, neue Kontakte knüpfen oder sich für eine Arbeitsstelle bewerben. Erledigte Aufgaben bringen virtuelle Einnahmen und erhöhen einen Confidence Score. Die Spielstruktur soll damit Vokabeln und Sätze in einen konkreten Zusammenhang setzen.
Die Cornell-Forschung grenzt den Ansatz von Lernprogrammen ab, die hauptsächlich auf dem Auswendiglernen einzelner Wörter beruhen. Eine virtuelle Umgebung liefert visuelle und situative Hinweise. Spielmechaniken geben den Aufgaben zudem eine klare Reihenfolge und einen nachvollziehbaren Fortschritt.
Teamarbeit als Teil der Lernmechanik
Das Konzept ist auf zwei Personen ausgelegt. Beide Spieler müssen Aufgaben gemeinsam bewältigen und über die Zielsprache miteinander kommunizieren. In den Nutzerstudien verbrachten die Teilnehmer mit dieser Vorgabe mehr Zeit im Austausch und bewerteten ihre Partner als hilfreicher. Chatprotokolle zeigten außerdem, dass neue Wörter aus dem Spiel später in weiteren Gesprächen verwendet wurden.
Der damalige Prototyp war nicht öffentlich zugänglich und zunächst für Japanisch ausgelegt. Die Entwickler wollten das System anschließend längerfristig motivierend gestalten und mit weiterer Lernsoftware verbinden. Eine geplante Virtual-Reality-Version knüpft an die Verbindung aus virtueller Umgebung und Spielmechanik an, wie sie auch in früheren VR-Projekten untersucht wurde.
