Mesa 12.0.0 implementiert die OpenGL-4.3-API und erweitert damit die freien Grafiktreiber für Linux. Die offiziellen Mesa 12.0 Release Notes vom 8. Juli 2016 weisen zugleich darauf hin, dass die neue Schnittstelle von der jeweiligen Treiberfamilie abhängt und nur bei der Erzeugung des Kontexts angefordert werden kann.
OpenGL 4.3 wird laut Release Notes unter anderem von nvc0, radeonsi und i965 ab Generation 8 unterstützt. Hinzu kommen OpenGL ES 3.1 auf nvc0 und radeonsi sowie mehrere Erweiterungen für Compute Shader, Shader Storage Buffer und robuste Speicherzugriffe.
Treiberabhängige Funktionen
Mesa 12.0 war als Entwicklungs-Release gedacht. Für produktive Systeme empfahl das Projekt deshalb eine frühere stabile Version oder das Warten auf Mesa 12.0.1. Welche Funktionen tatsächlich verfügbar waren, hing von GPU, Treiber und verwendeter API ab. Die Release Notes grenzen die Unterstützung deshalb für jede Funktion nach Treiberfamilie ein.
Relevanz für Spiele und Engines
Die Liste der behobenen Fehler nennt konkrete Spiele und Entwicklungsumgebungen. Dazu gehören Darstellungsfehler in The Talos Principle, Probleme von World of Warcraft unter Wine, ein Absturz von XCOM 2 sowie Fehler in Unreal-Engine-Demos nach einer fehlerhaften Shader-Kompilierung mit OpenGL 4.3. Für die damalige Arbeit an Vulkan-Renderern und plattformübergreifenden Grafikpfaden zeigte sich damit, wie eng API-Funktionen und konkrete Treiberimplementierungen verbunden waren.
