Tencent übernimmt rund 84,3 Prozent der Anteile am finnischen Entwickler Supercell. Der chinesische Technologiekonzern zahlt dafür etwa 8,6 Milliarden US-Dollar. Die Transaktion bewertet Supercell insgesamt mit 10,2 Milliarden US-Dollar und verschiebt einen großen Teil der Eigentümerstruktur des Studios von SoftBank zu Tencent.
Supercell-Chef Ilkka Paananen bestätigte die Vereinbarung am 21. Juni 2016 in einem inzwischen archivierten Beitrag zur neuen Partnerschaft mit Tencent. Das Studio sollte demnach operativ unabhängig bleiben. Paananen begründete die Wahl mit Tencents Reichweite in China, seiner Erfahrung mit Spielen und der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Riot Games.
SoftBank verkauft den größten Teil seiner Beteiligung
SoftBank hatte Supercell seit 2013 als Mehrheitseigner begleitet. Der japanische Konzern wollte mit dem Verkauf seine Verschuldung reduzieren. Tencent erwirbt die Anteile über ein Konsortium und wird damit zum maßgeblichen Eigentümer des Studios. Ein zeitgenössischer Bericht nennt die Beteiligungsquote und den Kaufpreis.
Zum Portfolio von Supercell gehörten damals unter anderem Clash of Clans, Clash Royale und Boom Beach. Tencent brachte bereits Beteiligungen an Riot Games und Epic Games sowie eigene Online-Spiele in die Transaktion ein. Für Supercell eröffnete die Partnerschaft zusätzlichen Zugang zu chinesischen Plattformen, ohne das Modell kleiner, eigenständiger Entwicklerteams aufzugeben.
Mobile Games als Übernahmemarkt
Die Übernahme zeigt, welche Summen erfolgreiche Mobile Games und ihre Entwicklerteams im Jahr 2016 erreichten. Supercell war privat organisiert und konnte seinen Beschäftigten im Rahmen der Transaktion ermöglichen, Unternehmensanteile über die Zeit zu verkaufen. Der Markt für Mobile Games war bereits zuvor von steigenden Umsätzen und wachsendem Druck auf Entwickler und Vermarkter geprägt.
