Microsoft stellte am 30. März 2016 eine Erweiterung vor, mit der sich C++-Projekte für Linux direkt in Visual Studio bearbeiten lassen. Der Visual C++ Team Blog beschreibt die Erweiterung als Werkzeug für Linux-Server, Desktops und Geräte. Microsoft veröffentlichte den Beitrag parallel zur Build 2016 und stellte die Erweiterung über die Visual-Studio-Erweiterungsverwaltung bereit.
Remote-Builds und Debugging auf Linux-Systemen
Die erste Fassung arbeitete nicht mit einem lokalen Cross-Compiler. Visual Studio übertrug den Quellcode per SSH auf das Zielsystem und startete dort den Build mit GCC. Für das Debugging kamen GDB und GDBServer zum Einsatz. Unterstützt wurden Linux-Ziele mit x64-, x86- und ARM-Konfigurationen. Auf dem Zielsystem mussten dafür unter anderem ein SSH-Server, g++, gdb und gdbserver installiert sein. Die Projektverwaltung enthielt Vorlagen für Konsolenprogramme, leere Projekte und einen Blink-Test für IoT-Geräte.
Raspberry Pi und OpenGL als Zielgeräte
Der Microsoft-Beitrag demonstrierte die Erweiterung zunächst mit einer virtuellen Ubuntu-Maschine und anschließend mit einem Raspberry Pi unter Raspbian. Ein Post-Build-Ereignis konnte Befehle auf dem entfernten Gerät ausführen, etwa um den GPIO-Anschluss für eine LED vorzubereiten. Zusätzlich zeigte das Team ein OpenGL-Programm auf einem Linux-Desktop. Die Entwicklungsumgebung verband damit Editor, Projektkonfiguration, Übertragung, Kompilierung und Debugger in einem Ablauf.
Für Spiele- und Grafikteams war vor allem die Kombination aus C++-Editor, Remote-Build und Debugger interessant. Visual Studio unterstützte bereits eine ältere Version der Entwicklungsumgebung; die Linux-Erweiterung ergänzte den Workflow um native Zielsysteme außerhalb von Windows. Die aktuelle Dokumentation zu Linux-Entwicklung mit C++ führt den Ansatz in modernisierter Form weiter.
