Studie untersucht Navigationsstrategien von Actionspielern

Eine Forschungsmitteilung vom 19. Mai 2015 beschreibt neue Ergebnisse zu den Navigationsstrategien von Actionspielern. Die Untersuchung der Université de Montréal und des Douglas Mental Health University Institute verglich 26 erfahrene Actionspieler mit 33 Personen ohne diese Spielerfahrung.

Die Teilnehmenden navigierten durch ein virtuelles Labyrinth, das sich mit unterschiedlichen Lernstrategien lösen ließ. Rund 80 Prozent der Actionspieler verwendeten spontan eine sogenannte Response-Strategie, bei der eine Folge von Bewegungen gelernt wird. In der Vergleichsgruppe verteilten sich die Strategien deutlich gleichmäßiger.

Hippocampus und Nucleus caudatus

Der Originalartikel im Fachjournal Proceedings of the Royal Society B ordnet die Response-Strategie dem Nucleus caudatus im Striatum zu. Eine räumliche Strategie mit kognitiver Karte stützt sich stärker auf den Hippocampus. Frühere Arbeiten hatten Unterschiede bei grauer Substanz und Aktivität dieser Regionen beschrieben.

Die Studie maß Navigationsverhalten und Aufmerksamkeitsverarbeitung, aber keine Erkrankungen und keine langfristige Entwicklung der Teilnehmenden. Sie liefert deshalb keinen Nachweis, dass Actionspiele Alzheimer verursachen. Die Autoren forderten weitere Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren, bevor Aussagen über direkte Effekte bestimmter Spiele möglich sind.

Ergebnis bleibt eine Momentaufnahme

Für die Games-Forschung ist der Befund trotzdem relevant, weil er die Verbindung zwischen Spielpraxis, Aufmerksamkeit und räumlichem Lernen untersucht. Die zeitlich ältere Meldung zu Call of Duty: Black Ops III zeigt den damaligen Kontext der Actionspiel-Reihe, ist aber kein Teil der Studie.

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