Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) blickt in ihrem Jahresbericht 2024 auf 30 Jahre Jugendschutz im Games-Bereich zurück. Insgesamt wurden 55.514 Prüftitel im klassischen Gremium-Verfahren bewertet, während im Online-Bereich 16 Millionen Alterskennzeichen über das automatisierte IARC-System vergeben wurden.
Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der klassischen Prüfverfahren von 1.876 auf 1.515 – ein Rückgang von rund 19 Prozent. Hauptursachen hierfür sind die fortschreitende Verlagerung der Verbreitungswege ins Digitale sowie ein Förderstopp der Bundesregierung, der zu einer geringeren Zahl an Entwicklungsprojekten und damit zu weniger Einreichungen führte.
Im Online-Segment konnte die USK trotz der rückläufigen klassischen Prüfungen einen deutlichen Zuwachs verzeichnen. Rund eine Million USK-Kennzeichen wurden über das IARC-System vergeben, an dem neben etablierten Plattformen wie Google Play Store, Nintendo eShop, Microsoft Store, PlayStation Store, Fortnite, Meta Quest Store, Pico Store und Amazon Luna auch neue Anbieter wie der Epic Games Store teilnehmen. Apple und Steam bleiben hierbei unberücksichtigt.
Ergänzend zur Altersfreigabe werden seit zwei Jahren wesentliche inhaltliche Gründe als Zusatzhinweise angegeben. Die Statistik 2024 zeigt, dass Gewaltdarstellungen, Handlungsdruck und belastende Themen häufig zu einer höheren Altersfreigabe führen. Darüber hinaus werden auch Nutzungsrisiken, etwa im Bereich von Chatfunktionen, In-Game-Käufen und Mechanismen wie Lootboxen, bewertet. Rund 30 Prozent der digitalen Spiele enthalten derartige Risiken, von denen etwa ein Drittel zu einer restriktiveren Alterskennzeichnung führte. Eine USK-Umfrage aus dem Sommer 2024 bestätigt, dass 85 Prozent der befragten Eltern zusätzliche Hinweise als hilfreich bei der Spielauswahl empfinden.
Bei den klassischen USK-Prüfen erhielten mehr als 40 Prozent der digitalen Spiele die Freigabe „USK ab 12“, gefolgt von Freigaben ohne Altersbeschränkung (ca. 17 Prozent) sowie den Kennzeichnungen „USK ab 6“ (ca. 16 Prozent), „USK ab 16“ (19 Prozent) und „USK ab 18“ (6 Prozent). Im Online-Bereich dominierte ebenfalls die Kennzeichnung „USK ab 12“ (rund 35 Prozent), während „USK ab 0“ und „USK ab 6“ mit 29 beziehungsweise 25 Prozent signifikante Anteile aufwiesen.
Die Zahlen der USK-Jahresstatistik 2024 unterstreichen den kontinuierlichen Beitrag der Organisation zum Jugendschutz in einem sich dynamisch entwickelnden Games-Markt und verdeutlichen den zunehmenden Stellenwert von Online-Bewertungsverfahren im digitalen Zeitalter. Weitere Informationen sowie grafische Aufbereitungen sind zu finden unter den entsprechenden Angaben der USK.