Ubisoft-Aktie verliert zeitweise rund 35 Prozent nach Prognosekorrektur

Die Aktie des französischen Publishers Ubisoft ist an der Pariser Börse deutlich eingebrochen. Nach einem zwischenzeitlichen Kursverlust von mehr als 28 Prozent wurde der Handel am Donnerstagvormittag vorübergehend ausgesetzt. Nach Wiederaufnahme setzte sich der Abverkauf fort; das Minus weitete sich in der Spitze auf rund 35 Prozent aus.

Als wesentlicher Auslöser gilt die angekündigte Umstrukturierung des Unternehmens sowie eine deutliche Korrektur der Geschäftserwartungen.

Strategischer Umbau und gesenkte Prognose

Ubisoft ordnet seine Entwicklungsorganisation neu und bündelt Marken sowie Studios in sogenannten „Kreativhäusern“. Ziel sei es, Effizienz und Qualität langfristig zu steigern. Kurzfristig führt die Neuausrichtung jedoch zu Projektstopps, Verschiebungen und Anpassungen der wirtschaftlichen Planung.

Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26, das Ende März abschließt, rechnet Ubisoft nur noch mit Net Bookings in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro. Im November hatte das Management noch rund 2 Milliarden Euro sowie ein ausgeglichenes operatives Ergebnis in Aussicht gestellt.

Stattdessen erwartet der Konzern nun Abschreibungen von etwa 650 Millionen Euro und einen operativen Verlust von rund 1 Milliarde Euro. Der Cash-Bestand dürfte von zuvor rund 1,5 Milliarden Euro auf etwa 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro sinken.

Weihnachtsquartal und Release-Pipeline im Fokus

Für das Weihnachtsquartal stellt Ubisoft Einnahmen von etwa 330 Millionen Euro in Aussicht. Diese sollen vor allem aus dem Backkatalog sowie aus einzelnen überdurchschnittlich performenden Neuveröffentlichungen stammen.

Dazu zählt voraussichtlich „Anno 117“ von Ubisoft Mainz. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um den bislang am schnellsten verkauften Titel der Reihe. Konkrete Absatzzahlen wurden nicht veröffentlicht.

Weitere Details will Ubisoft mit der Vorlage der Quartalszahlen am 12. Februar 2026 bekanntgeben. Branchenbeobachter erwarten in diesem Zusammenhang auch Aussagen zu möglichen weiteren Personalmaßnahmen. Zum 30. September 2025 beschäftigte Ubisoft weltweit 17.097 Mitarbeitende.

Parallel gilt die kurzfristige Release-Pipeline als vergleichsweise dünn. Titel wie „Assassin’s Creed Hexe“ und ein neues „Far Cry“ befinden sich in Entwicklung, konkrete Veröffentlichungstermine stehen jedoch aus. Auch ein Remake von „Assassin’s Creed 4: Black Flag“ soll sich verzögern. Von Reihen wie „Ghost Recon“, „Splinter Cell“ oder „The Division“ sind derzeit keine kurzfristigen Neuankündigungen angekündigt.

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