Microsoft leakt im FTC-Gerichtsverfahren die nächste Xbox Series S und X

Im Rahmen des Gerichtsverfahrens zwischen der US-Handelsaufsicht FTC und Microsoft um die Übernahme von Activision Blizzard sind interne Dokumente offengelegt worden, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Darin finden sich detaillierte Pläne für einen Refresh der Xbox Series S und X, den Microsoft für das Jahr 2024 vorgesehen hat. Wie aus den öffentlich gewordenen Gerichtsdokumenten hervorgeht, umfassen die Unterlagen sowohl Bilder als auch technische Spezifikationen der kommenden Hardware.

Die überarbeitete Xbox Series X soll demnach ein zylindrisches Gehäuse erhalten und erstmals ganz ohne Blu-ray-Laufwerk auskommen. Der interne Speicher verdoppelt sich von derzeit einem auf zwei Terabyte. An der Vorderseite ist ein USB-C-Anschluss mit Power Delivery vorgesehen, für die Vernetzung sorgen Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.2. Beim verbauten SoC wechselt Microsoft von einem 7-Nanometer-Prozess zu einem N6-Verfahren bei TSMC. Die Chipfläche und damit auch Energieverbrauch und Kosten sollen dadurch sinken, an der Leistung ändert sich laut den Dokumenten nichts. Auch das Netzteil fällt in der neuen Version rund 15 Prozent kleiner aus.

Neuer Controller mit Bewegungssensor und App-Steuerung

Parallel zur Konsole arbeitet Microsoft an einem neuen Controller mit dem internen Codenamen Sebille, der noch im selben Jahr vorgestellt werden könnte. Er soll ein zweifarbiges Gehäuse bekommen und erstmals einen Beschleunigungssensor für die Bewegungserkennung enthalten. Neben Bluetooth 5.2 unterstützt der Controller die zweite Generation von Xbox Wireless sowie eine direkte Verbindung zu Cloud-Diensten. Über eine Smartphone-App sollen sich künftig der Akkustand und aktive Verbindungen des Controllers ablesen lassen.

Auch beim haptischen Feedback plant Microsoft Änderungen: Ein Teil der Vibrationseinheit soll zusätzlich als Lautsprecher fungieren, Tasten und Analogsticks sollen leiser arbeiten und sich einfacher austauschen lassen. Der Akku ist ebenfalls für den Wechsel ausgelegt. Insgesamt soll der Controller mit mehr Recyclingmaterialien gefertigt werden und sich leichter reparieren lassen.

Personalisierung über das Xbox Design Lab und ein möglicher Zeitplan

In den Dokumenten ist zudem von Plänen die Rede, Kundinnen und Kunden über das Xbox Design Lab schon vor dem Kauf eine individuelle Gestaltung der Konsole zu ermöglichen. Dieses Vorhaben ist laut den Unterlagen bislang nicht finanziert und wird unter den langfristigen Zielen bis zum Jahr 2030 geführt. Ebenfalls erwähnt wird ein möglicher neuer Elite Controller. Nach dem aktuellen Planungsstand soll die aktualisierte Xbox Series S im September 2024 erscheinen, die überarbeitete Xbox Series X im November 2024.

Die Unterlagen sind ein Nebenprodukt des lang andauernden Rechtsstreits um die milliardenschwere Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft, in dessen Verlauf bereits mehrfach interne Strategiepapiere und Verkaufszahlen öffentlich wurden. Eine offizielle Stellungnahme von Microsoft zu den nun bekannten Hardwareplänen gibt es bislang nicht.

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