Die britische Regierung hat am 17. Juli 2022 ihre Antwort auf eine zweijährige Untersuchung zu Lootboxen in Videospielen veröffentlicht. Im offiziellen Regierungsbericht fordert sie die Games-Branche zu besseren Schutzmaßnahmen für junge und gefährdete Spieler auf. Falls die Industrie nicht nachbessert, will die Regierung gesetzliche Schritte prüfen.
Die Untersuchung fasst Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Lootbox-Käufen, problematischem Spielverhalten, psychischer Belastung und finanziellen Schwierigkeiten zusammen. Einen eindeutigen ursächlichen Nachweis liefert der Bericht nicht. Als besonders schutzbedürftig nennt die Regierung Kinder und Jugendliche.
Technische Arbeitsgruppe statt sofortiger Gesetzesänderung
Großbritannien ändert den Gambling Act zunächst nicht. Stattdessen soll eine Arbeitsgruppe aus Industrie, Wissenschaft und Regierung branchengeführte Maßnahmen entwickeln. Zusätzlich ist ein Video Games Research Framework geplant, das die Datenlage zu Auswirkungen und Schutzmaßnahmen verbessern soll.
Die Regierung stellt zugleich klar, dass Kinder und Jugendliche Lootboxen künftig nicht ohne Zustimmung eines Elternteils oder einer erziehungsberechtigten Person kaufen sollen. Für die Games-Branche entsteht damit ein Prüfpunkt bei Alterskontrollen, Zahlungsfunktionen und der Gestaltung von In-Game-Käufen.
Belgien hatte Lootboxen bereits 2018 als Glücksspiel eingestuft. Die britische Antwort verfolgt zunächst einen anderen Weg und setzt auf nachprüfbare Verbesserungen, bevor ein gesetzlicher Eingriff erfolgt.
