Internationale Computerspielesammlung: Träger beenden Projekt wegen fehlender Anschlussfinanzierung

Die Internationale Computerspielesammlung (ICS) wird nicht wie geplant fortgeführt. Die Gesellschafter beschlossen nach aktueller Berichterstattung Anfang Juli 2026, die Trägergesellschaft abzuwickeln. Eine langfristige öffentliche Finanzierung war nach dem Ende der bisherigen Förderung nicht gesichert. Die Meldung zur Entscheidung erschien am 3. Juli 2026.

Archiv mit rund 60.000 Spielen

Das Projekt sollte digitale Spiele als Kulturgut bewahren und für Forschung, Bildung und Fachöffentlichkeit zugänglich machen. Ein Bericht des Berliner Abgeordnetenhauses nennt rund 60.000 Spiele, von denen etwa 42.000 bereits erfasst waren. Zur Sammlung gehören Originaldatenträger, Verpackungen, Handbücher und ergänzende Hardware. Die Stiftung Digitale Spielekultur beschreibt die Datenbank und die beteiligten Archive als gemeinsames Vorhaben mehrerer Institutionen.

Förderung lief Ende April aus

Laut dem Parlamentsbericht flossen seit dem Start rund 1,5 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln in die ICS. Die Förderung durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und das Land Berlin lief Ende April 2026 aus. Für eine dauerhafte Anschlussfinanzierung lag nach den vorliegenden Angaben kein tragfähiges Modell vor. Im Berliner Doppelhaushalt 2026/27 sind für die Internationale Computerspielesammlung keine weiteren Mittel vorgesehen.

Datenbank und Bestände bleiben offen

Die ICS war 2023 als gemeinnützige Gesellschaft gegründet worden. Zu den beteiligten Organisationen zählen unter anderem das Computerspielemuseum, die USK, das Zentrum für Computerspielforschung der Universität Potsdam, der game-Verband und die Stiftung Digitale Spielekultur. Ein früherer Beitrag zur Internationalen Computerspielesammlung dokumentiert die Besetzung der Geschäftsführung im Februar 2025.

Mit der Abwicklung der Trägergesellschaft ist derzeit offen, wie die gemeinsame Datenbank weiter betrieben wird und wo die physischen Bestände künftig zugänglich bleiben. Die einzelnen Partner bleiben Eigentümer ihrer jeweiligen Sammlungen. Eine endgültige Aussage zur weiteren Nutzung der erfassten Daten liegt bislang nicht vor.

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