Die Spielebranche befindet sich derzeit im Umbruch: Nur einen Tag, nachdem Gerüchte über einen möglichen Verkauf von Warner Bros. Games die Runde machten, folgt der nächste große Deal. Wie die schwedische Embracer Group am 2. Mai 2022 mitteilte, übernimmt der Konzern mehrere westliche Studios von Square Enix.
Drei Studios und über 50 Marken für 300 Millionen Dollar
Betroffen von der Übernahme ist nicht Square Enix in Japan, sondern die europäische und nordamerikanische Sparte mit den Studios Eidos-Montréal (rund 500 Mitarbeiter), Crystal Dynamics (rund 300 Mitarbeiter) und Square Enix Montréal (rund 150 Mitarbeiter), zusammen also etwa 1.100 Beschäftigte an acht Standorten weltweit. Für 300 Millionen US-Dollar in bar erhält Embracer zusätzlich die Rechte an mehr als 50 Spielemarken, darunter „Tomb Raider“, „Deus Ex“, „Thief“ und „Legacy of Kain“. Der Abschluss des Deals wird für das zweite Geschäftsquartal von Embracer im Zeitraum Juli bis September 2022 erwartet.
Embracer-Chef Lars Wingefors zeigte sich in der Mitteilung erfreut über den Zugang: Man begrüße die Studios mit ihren starken Marken, ihrem erstklassigen kreativen Personal und ihrer Erfolgsbilanz. Square-Enix-Amerika-und-Europa-Chef Phil Rogers wiederum bezeichnete Embracer als „das bestgehütete Geheimnis der Branche“, eine dezentrale Sammlung von Unternehmern, der man sich nun anschließe.
Größter Übernahmekonzern der Spielebranche wird noch größer
Die Embracer Group ist Spielern unter ihrem eigenen Namen kaum bekannt, zum Konzern gehören aber bereits Studios wie THQ Nordic, Gearbox Software, Saber Interactive sowie Koch Media mit Deep Silver, Volition und Flying Wild Hog. Mit dem Zukauf der Square-Enix-Studios wächst der schwedische Medienkonzern weiter zu einem der größten Player der Branche. Als Grund für den Verkauf vermuten Analysten, dass Square Enix mit den beiden Marvel-Spielen „Guardians of the Galaxy“ und vor allem „Avengers“ hohe Verluste von zusammen rund 200 Millionen US-Dollar eingefahren hat, offiziell bestätigt wurde das von keiner der beiden Seiten.
Die Angaben basieren auf der offiziellen Mitteilung.
