Embracer verkauft Kern-Assets von Saber Interactive für 247 Millionen US-Dollar und beendet alle Russland-Aktivitäten

Die Embracer Group hat am 13. März 2024 die Veräußerung ausgewählter Vermögenswerte der operativen Gruppe Saber Interactive angekündigt. Käufer ist Beacon Interactive, eine von Saber-Mitgründer Matthew Karch kontrollierte Gesellschaft. Der Kaufpreis beträgt 247 Millionen US-Dollar (rund SEK 2.527 Millionen) und umfasst übernommene Earnout-Verbindlichkeiten in Höhe von 44 Millionen US-Dollar. Mit der Transaktion stellt der schwedische Konzern sämtliche Aktivitäten in Russland ein. Bereits zuvor hatte Embracer einen Verkauf von Saber Interactive ins Spiel gebracht, der nun konkrete Formen annimmt.

Die Zahlung ist mehrstufig strukturiert. 203 Millionen US-Dollar werden über Schuldscheine geleistet, die bis zum 31. Dezember 2024 rückzahlbar sind. Die verbleibenden 44 Millionen US-Dollar entfallen auf übernommene Earnout-Verpflichtungen. Sollte Beacon Interactive die erworbenen Vermögenswerte zu einem höheren Preis weiterveräußern, kann Embracer eine zusätzliche Gegenleistung von bis zu 94 Millionen US-Dollar erhalten.

Umfang der veräußerten Vermögenswerte

Der Verkauf umfasst 38 laufende Entwicklungsprojekte mit einem Buchwert von rund SEK 2,3 Milliarden. 14 Projekte mit einem Buchwert von etwa SEK 0,5 Milliarden verbleiben bei Embracer. An Beacon Interactive gehen zudem proprietäre Engine-Technologie und Entwicklungswerkzeuge über, die den veräußerten Gesellschaften zugeordnet sind. Zu den übertragenen Studios zählen unter anderem Mad Head Games, DIGIC, Fractured Byte und Nimble Giant sowie weitere Saber-Einheiten wie 3D Realms, New World Interactive und Slipgate.

Der Personalbestand der abgegebenen Studios summiert sich auf 2.950 Beschäftigte, was rund 21 Prozent der zum Zeitpunkt der Ankündigung 14.140 Mitarbeiter zählenden Belegschaft von Embracer entspricht. Beacon Interactive erhält darüber hinaus eine Option auf den Erwerb von 4A Games und Zen Studios zu einem festen Preis, dessen Ausübungsbetrag mindestens dem Marktwert dieser Studios entsprechen und deutlich über deren aktuellem Nettobuchwert von SEK 829 Millionen liegen soll.

Russland-Rückzug und Effekt auf die Bilanz

Saber Interactive unterhielt bis zur Transaktion Entwicklungskapazitäten in Russland. Mit der Veräußerung beendet Embracer sämtliche operativen Tätigkeiten in dem Land. Damit verbindet der Konzern eine geopolitische Neuausrichtung mit der laufenden Restrukturierung, die auf Schuldenabbau und eine verbesserte Liquidität ausgerichtet ist. Sie reiht sich in die zuvor angekündigte Umstrukturierung und Aufspaltung des Konzerns ein.

Nach vollständiger Zahlung erwartet Embracer eine Reduktion der Nettoverschuldung um rund SEK 2,1 Milliarden sowie eine jährliche Verringerung der Investitionsausgaben um etwa SEK 1,2 Milliarden. Zum Abschluss fällt ein nicht zahlungswirksamer Nettoaufwand von rund SEK 6,0 Milliarden an. Die Transaktion wirkt sich unmittelbar positiv auf den freien Cashflow aus. CEO Lars Wingefors erklärte, der Verkauf versetze beide Unternehmen in eine stärkere Ausgangslage für die weitere Entwicklung und sichere zugleich Arbeitsplätze der Entwickler.

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