Aggregierte Bibliothek: Xbox-PC-App bündelt ab September 2025 Steam, Battle.net und weitere Stores

Microsoft hat am 15. September 2025 die aggregierte Spielebibliothek für die Xbox-App unter Windows breit ausgerollt. Die Funktion fasst installierte Titel aus mehreren PC-Storefronts an einem Ort zusammen. In der offiziellen Mitteilung nennt das Unternehmen die Xbox-Bibliothek, den Game Pass, Battle.net sowie weitere „führende PC-Storefronts“. Mehrere Fachmedien bestätigen, dass dazu auch Steam und der Epic Games Store zählen.

Technisch funktioniert die Sammlung automatisch. Wird ein Spiel über einen unterstützten Store installiert, taucht es ohne weiteres Zutun in der Ansicht „My Library“ der Xbox-App auf und erscheint zugleich in der Liste der zuletzt gespielten Titel in der Seitenleiste. Der Start erfolgt direkt aus der App heraus, unabhängig davon, über welchen Store das Spiel ursprünglich bezogen wurde. Welche Storefronts gelistet werden, lässt sich im Menü unter „Settings“ und „Library & Extensions“ einzeln aktivieren oder abschalten. Deaktivierte Quellen verschwinden danach aus der Übersicht.

Was die App über die Bibliothek hinaus bündelt

Neben der zusammengeführten Bibliothek führt Microsoft einen Bereich „My Apps“ ein. Über diesen Reiter lassen sich Drittanbieter-Apps und konkurrierende Storefronts direkt aus der Xbox-App heraus installieren, etwa Browser oder andere Launcher. Der Reiter ordnet diese Anwendungen an einer Stelle und dient als Unterbau der aggregierten Bibliothek. Dass Microsoft den hauseigenen Microsoft Store dabei nicht als alleinige Anlaufstelle setzt, passt zum offeneren Kurs der Plattform.

Für später im September kündigte Microsoft eine geräteübergreifende Erweiterung an. Cloud-spielbare Titel und der Spielverlauf sollen über Konsole, PC und Handheld hinweg mitwandern. Auf dem Startbildschirm der jeweiligen Geräte greift dazu eine Liste namens „Jump back in“, die zuletzt gespielte Inhalte synchronisiert. Die Funktionen richten sich erkennbar auch an die neue Handheld-Generation, in deren Umfeld Microsoft Windows als Spieleplattform positioniert.

Was sich für die PC-Konkurrenz ändert

Mit dem Schritt wird die Xbox-App zu einem Store-übergreifenden Einstiegspunkt. Wer Spiele über Steam, Battle.net oder den Epic Games Store kauft, kann sie künftig aus der Xbox-Oberfläche starten, ohne den jeweiligen Client separat zu öffnen. Steam bleibt dabei die Verkaufs- und Verwaltungsplattform, der Kaufvorgang läuft weiterhin dort. Was Microsoft verschiebt, ist die Frage, welche Oberfläche zuerst geöffnet wird.

Auf Handhelds mit Windows zählt dieser Punkt besonders, weil dort ein aufgeräumter Launcher über die Bedienbarkeit entscheidet. Valve setzt mit dem Steam Deck und SteamOS auf eine eigene, geschlossene Oberfläche. Microsoft kontert mit einer offenen App, die fremde Kataloge integriert, statt sie auszusperren. Dass Windows und Xbox-Dienste enger verzahnt werden, zeigt sich auch an älteren Baustellen, etwa der Xbox-Live-Anbindung früherer Windows-Spiele. Ob daraus ein dauerhafter Vorteil entsteht, hängt davon ab, wie zuverlässig die Erkennung der Drittanbieter-Titel arbeitet und wie tief die Synchronisation über die Geräte hinweg reicht.

Weitere News

Weitere News

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein