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PEGI führt interaktive Risikokategorien ein: Paid Random Items standardmäßig ab PEGI 16

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PEGI führt interaktive Risikokategorien ein: Paid Random Items standardmäßig ab PEGI 16
PEGI führt interaktive Risikokategorien ein: Paid Random Items standardmäßig ab PEGI 16 - Bild: pegi.info

Die europäische Alterskennzeichnungsorganisation PEGI hat ihr Bewertungssystem um sogenannte interaktive Risikokategorien erweitert und dazu am 12. März 2026 eine offizielle Mitteilung veröffentlicht. Die neuen Kriterien greifen für alle ab Juni 2026 neu eingereichten Titel. Zentraler Punkt: Spiele mit sogenannten Paid Random Items, also kostenpflichtigen Zufallsinhalten, erhalten künftig standardmäßig die Einstufung PEGI 16, in bestimmten Fällen auch PEGI 18.

Mit der Reform reagiert PEGI auf Funktionalitäten, die sich aus dem reinen Medieninhalt nicht ableiten lassen, sondern aus der Online-Anbindung und den Monetarisierungsmechaniken moderner Spiele entstehen. Die Bewertung verschiebt sich von der inhaltlichen Darstellung hin zur Funktion eines Titels. Verlage müssen ab Juni 2026 zusätzliche Angaben zu diesen Funktionen machen, wenn sie ein Spiel zur Klassifizierung einreichen. Bereits eingestufte Titel werden nicht rückwirkend neu bewertet, sofern keine Inhaltsänderung eine Neueinstufung erforderlich macht.

Vier neue Kriterien für Online-Funktionen und Monetarisierung

Das erweiterte System umfasst vier interaktive Risikokategorien. Die Kategorie Purchases of in-game content erfasst Käufe innerhalb des Spiels: Zeitlich oder mengenmäßig begrenzte Kaufangebote führen zu einer Mindesteinstufung von PEGI 12, während Titel mit NFT- oder Blockchain-basierten Mechaniken automatisch PEGI 18 erhalten. Die Kategorie Paid Random Items deckt kostenpflichtige Zufallsinhalte wie Lootboxen, Kartenpakete, Gacha-Systeme oder Glücksräder ab und zieht die Standardeinstufung PEGI 16 nach sich. Damit knüpft PEGI an eine Debatte an, in der sich bereits das EU-Parlament für Maßnahmen gegen Lootboxen ausgesprochen hatte.

Hinzu kommen zwei weitere Kriterien. Unter Play-by-appointment fasst PEGI Mechaniken zusammen, die zur Rückkehr ins Spiel anregen. Belohnende Mechaniken wie tägliche Aufgaben führen zu PEGI 7, bestrafende Varianten, bei denen Spieler bei ausbleibender Rückkehr Inhalte oder Fortschritt verlieren, zu PEGI 12. Die Kategorie Safe online gameplay betrifft Kommunikationsfunktionen. Vollständig unbeschränkte Funktionen ohne Block- oder Meldeoptionen ziehen die Einstufung PEGI 18 nach sich.

Orientierung am deutschen USK-Modell

Bei der Ausarbeitung der neuen Kriterien orientierte sich PEGI nach eigenen Angaben an Erfahrungen der deutschen Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle. PEGI-Vertreter Dirk Bosmans erklärte: „It was incredibly useful to learn from the experiences of our colleagues in Germany. We are confident that these ambitious updates to PEGI’s classification criteria will provide parents and players with more useful and transparent advice that better reflects the overall experience that players can expect from the video games they play.“ Die USK hatte schon zuvor strengere Prüfregeln eingeführt, wie die USK-Jahresstatistik 2024 dokumentierte.

Die Neuerung hat unmittelbare Folgen für Publisher mit monetarisierten Live-Service-Titeln. Spiele, deren Geschäftsmodell auf Lootboxen oder vergleichbaren Zufallskäufen aufbaut, fallen künftig regelmäßig in die Kategorie PEGI 16 und sprechen damit formal eine engere Altersgruppe an als zuvor. Die regulatorische Einstufung kann sich dabei auf Vermarktung und Verfügbarkeit solcher Titel auswirken.

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