Die schwedische Embracer Group hat am 22. April 2024 angekündigt, sich in drei eigenständige, an der Nasdaq Stockholm notierte Unternehmen aufzuspalten. Die bisher unter einem Dach gebündelten Geschäftsbereiche sollen als Asmodee, Coffee Stain & Friends sowie Middle-earth Enterprises & Friends getrennt voneinander geführt werden. Die Transaktion beendet die jahrelange Expansionsphase des Konzerns, der zuvor Dutzende Studios und Verlage übernommen hatte, und leitet eine strategische Neuordnung des Portfolios ein.
Drei Einheiten mit unterschiedlichem Profil
Asmodee bündelt das Brettspiel- und Tabletop-Geschäft mit 23 Studios und mehr als 300 geistigen Eigentumsrechten. Für die zwölf Monate bis Dezember 2023 weist die Einheit einen Nettoumsatz von 14,8 Milliarden schwedischen Kronen und ein bereinigtes EBIT von 1,9 Milliarden Kronen aus. Coffee Stain & Friends fasst das Geschäft mit Indie-, AA- und Free-to-Play-Titeln zusammen. Zum Premium-Bereich für PC und Konsole zählen unter anderem Coffee Stain, Ghost Ship, Tarsier, Tuxedo Labs sowie THQ Nordic und Amplifier Game Invest, das Free-to-Play-Segment umfasst Easybrain, Deca, CrazyLabs und Cryptic. Diese Einheit kam auf 10,9 Milliarden Kronen Nettoumsatz und 2,8 Milliarden Kronen bereinigtes EBIT.
Middle-earth Enterprises & Friends übernimmt das AAA-Geschäft samt der Marken The Lord of the Rings und Tomb Raider. Zur Einheit gehören Studios wie Crystal Dynamics, Dambuster Studios, Eidos-Montréal, Flying Wild Hog, Tripwire, Vertigo Games, Warhorse Studios und 4A Games. Der Nettoumsatz dieses Bereichs lag bei 14,1 Milliarden Kronen, das bereinigte EBIT bei 2,0 Milliarden Kronen.
Ablauf und Finanzierung
Asmodee und Coffee Stain & Friends sollen über die schwedischen Lex-ASEA-Regeln als Sachdividende an die Aktionäre ausgeschüttet und an der Nasdaq Stockholm gelistet werden. Middle-earth Enterprises & Friends verbleibt im umbenannten bisherigen Konzern. Die Börsennotierung von Asmodee ist innerhalb von zwölf Monaten vorgesehen, die von Coffee Stain & Friends im Kalenderjahr 2025. Parallel hat Embracer über die Asmodee Group eine neue Finanzierung über 900 Millionen Euro abgeschlossen, mit der Schulden zurückgeführt und der Verschuldungsgrad der Gruppe gesenkt werden sollen.
Konzernchef Lars Wingefors verwies darauf, dass die Trennung jedem Team erlaube, sich auf seine Kernstrategie zu konzentrieren. Er kündigte zudem an, als aktiver und unterstützender Anteilseigner bei allen drei neuen Einheiten engagiert zu bleiben.
