Am 18. Juni 2026 hat Microsoft im DirectX Developer Blog eine öffentliche Preview der DirectX Dump Files gezeigt, ein neues Format zur nachträglichen Analyse von GPU-Abstürzen unter Windows, das über alle Hersteller hinweg funktioniert. Dateien mit der Endung .dxdmp halten laut Microsoft einen Schnappschuss des GPU-Ausführungszustands im Moment des Absturzes fest, also Hardwarezustand, Treiberdaten, Direct3D-Laufzeitkontext und Anwendungsdaten. Geschrieben hat den Beitrag Program Manager Jacques van Rhyn. Der Gedanke dahinter: GPU-Crashes lassen sich untersuchen, ohne den Fehler auf dem Originalsystem erneut auslösen zu müssen. So entsteht ein einheitlicher Diagnose-Weg zwischen Entwicklungs- und Retail-Umgebungen.
Was eine .dxdmp-Datei alles speichert
Eine einzelne .dxdmp-Datei sammelt mehrere Datenebenen. Auf Hardware- und Treiberseite landen Registerwerte, Shader-Program-Counter, Shader-Speicher, Command Buffer und die virtuellen Adressen von Page Faults darin. Dazu kommen auf DirectX-Ebene die D3D-Objekte, Pipeline State Objects, die Device-Removed-Extended-Data (DRED), der Geräte-Fehlercode und der CPU-Call-Stack. Über neue D3D12-APIs und Callbacks können Entwickler zusätzlich bis zu 2 MB eigene Anwendungsdaten samt Metadaten mitschreiben. Erzeugt wird die Datei automatisch durch den Timeout-Detection-and-Recovery-Mechanismus (TDR) von Windows, sobald das Betriebssystem ein GPU-Timeout bemerkt. Voraussetzung sind das Agility SDK in Version 1.721.1-preview und der aktivierte Entwicklermodus. Unterstützt werden Windows 24H2 und 25H2 (ab KB5089573) sowie Windows 26H1 (ab KB5089570).
PIX 2606.18 wertet die Dumps aus, alle vier IHVs sind dabei
Die Auswertung läuft offline in PIX. Version 2606.18-preview bringt den Support für .dxdmp und mehrere Diagnoseansichten mit, darunter Summary, Events, Page Faults, Resources, Shader Waves und Shaders. PIX versucht dabei, die Ursache des GPU-Crashes selbst zu finden und auf die Grundursache zu zeigen. Außerdem stellt das Tool den Frame-Verlauf vor dem Absturz dar und die Shader-Instruktion, die ihn ausgelöst haben könnte. Das Format ist herstellerübergreifend gedacht. Nach Angaben von Microsoft haben alle vier Windows-IHVs, also AMD, Intel, NVIDIA und Qualcomm, DirectX Dump Files auf ihrer Hardware auf der GDC vorgeführt. Treiberseitig funktioniert es bisher bei der Radeon-RX-9000- und RX-7000-Serie von AMD im HIGH_OVERHEAD-Tier. Wer Intel, NVIDIA oder Qualcomm nutzt, muss für den Preview-Zugang vorerst direkt bei den Herstellern anfragen. Die Retail-Unterstützung ist für den Herbst 2026 geplant.
