Microsoft hat Xbox Music vorgestellt, einen Musikdienst, der den Zune Marketplace ersetzt und die digitalen Musikangebote des Konzerns künftig unter der Xbox-Marke versammelt. Am 15. Oktober 2012 kündigte das Unternehmen den Dienst an. Den Anfang macht die Konsole, danach folgen Windows 8, Windows RT und Windows Phone 8. Zum Start umfasst der Katalog rund 30 Millionen Titel. Weg vom geräteorientierten Modell, hin zu einem Dienst, der über mehrere Plattformen hinweg auf eine zentrale Cloud-Bibliothek zugreift.
Das Ende der Marke Zune
Mit Xbox Music verschwindet die Marke Zune, die Microsoft seit 2006 als Hardware und Mediendienst geführt hatte. Was bislang im Zune Marketplace lag, wandert in die drei neuen Angebote Xbox Music, Xbox Music Pass und Xbox Video. Wer noch unter Windows 7 oder Windows Phone 7 unterwegs ist, behält den Zugang vorerst über eine gespiegelte Variante des alten Marketplace. Abonnenten des Zune Music Pass landen automatisch beim Xbox Music Pass und bekommen als Ausgleich eine Gutschrift über 1.000 Microsoft Points. Die Identität hängt damit nicht mehr an einem Stück Hardware, sondern an der bekannten Xbox-Marke, die nun als Dach über den Mediendiensten sitzt.
Der Start läuft in Etappen. Auf der Xbox 360 steht Xbox Music ab dem 16. Oktober 2012 bereit, Windows 8 und Windows RT folgen am 26. Oktober 2012. Windows Phone 8 bekommt den Dienst zum Marktstart der Plattform, weitere Systeme sollen im kommenden Jahr dazukommen. Don Mattrick, President of Interactive Entertainment Business bei Microsoft, formuliert das Ziel so: Die Hürden abbauen, die das Hören von Musik über verschiedene Geräte hinweg bislang zerstückelt haben.
Drei Wege zur Musik
Xbox Music führt drei Zugänge zusammen. Unter Windows 8 und Windows RT gibt es werbefinanziertes Streaming gratis, das nach sechs Monaten zeitlich beschränkt wird. Der kostenpflichtige Xbox Music Pass schlägt mit 9,99 US-Dollar im Monat zu Buche und erlaubt unbegrenztes, werbefreies Abspielen des kompletten Katalogs auf Tablets, Smartphones, PCs und der Xbox 360. Im Xbox Music Store lassen sich einzelne Titel und Alben dauerhaft kaufen. Die Funktion Smart DJ baut aus einem Künstler heraus dynamische Wiedergabelisten und schiebt dabei neue Musik in den Vordergrund.
Im Hintergrund arbeitet eine zentrale Cloud-Bibliothek. Wiedergabelisten und Sammlungen gleichen sich automatisch zwischen den angebundenen Geräten ab, sodass der Bestand überall zur Verfügung steht. Dazu kommt Scan and Match: Damit lassen sich lokal gespeicherte Titel in die Cloud-Bibliothek einsortieren, ein Verfahren, das man von vergleichbaren Abgleichsdiensten anderer Anbieter kennt. Zusammen mit der Integration direkt auf der Konsole bildet das den Kern der neuen Architektur. Die Xbox 360 wird damit mehr als ein Spielgerät, sie wird zur Plattform für laufende Mediendienste.
