Microsoft und Netflix haben am 14. Juli 2008 eine exklusive Partnerschaft angekündigt: Filme und Fernsehserien aus dem Netflix-Katalog landen künftig direkt auf dem Fernseher, gestreamt über die Konsole. Damit wird die Xbox 360 nach Angaben beider Unternehmen das einzige Videospielsystem, über das Abonnenten ihre Netflix-Bibliothek ohne den Umweg über einen PC oder ein Zusatzgerät abrufen. Den Weg dorthin liefert Xbox Live. Der Start der Funktion ist für den Spätherbst 2008 vorgesehen.
Zum Start sollen mehr als 10.000 Filme und Fernsehepisoden abrufbar sein. Bis die Wiedergabe losgeht, vergehen laut Microsoft rund 30 Sekunden. Steuern lässt sich alles über den Xbox-360-Controller oder die Media-Fernbedienung, inklusive Vorlauf, Pause und Rücklauf. Daneben bleibt der bestehende Video Store des Xbox Live Marketplace erhalten, der zum Zeitpunkt der Ankündigung über 6.000 Stunden Inhalte führt.
Voraussetzungen und Konditionen
Zugriff auf das Streaming-Angebot bekommt nur, wer beides hat: eine Xbox-Live-Gold-Mitgliedschaft und ein Netflix-Abonnement. Zusätzliche Kosten über diese beiden Verträge hinaus fallen nach Darstellung der Unternehmen nicht an. Das Streaming kommt also als Zugabe zu den laufenden Abos und nicht als eigenständiges, separat berechnetes Produkt.
John Schappert von Microsoft bezeichnete die Kooperation als Schritt, der die Xbox 360 zum einzigen Videospielsystem mit einer sofort abrufbaren Filmbibliothek mache. Netflix-Chef Reed Hastings nannte die Verbindung aus Online-Filmverleih und Spiele- und Unterhaltungsplattform eine passende Kombination zweier Marktführer.
Vom Spielgerät zur Wohnzimmer-Zentrale
Die Konsole rückt mit dieser Anbindung weiter weg von der reinen Spielmaschine und hin zur Schaltzentrale für Heimunterhaltung. Weil das Streaming an die Gold-Stufe gekoppelt ist, hängt es am kostenpflichtigen Abo-Modell der Plattform und liefert ein zusätzliches Argument, die teurere Mitgliedschaft zu behalten. Netflix erreicht im Gegenzug eine große installierte Basis an Konsolen im Wohnzimmer, und das genau in der Phase, in der das Unternehmen den Wechsel vom DVD-Versand zum Abruf über das Internet vorantreibt.