Microsoft Ignite 2025: Azure AI Foundry wird zu Microsoft Foundry mit agentischer KI-Plattform

Auf der Ignite 2025 hat Microsoft am 18. November 2025 angekündigt, dass Azure AI Foundry künftig Microsoft Foundry heißt. Der neue Name kommt nicht allein: Dahinter steckt eine Neuausrichtung, die autonome Agenten in den Mittelpunkt stellt statt der reinen Modelle. Gedacht ist die Plattform als ein Ort, an dem Entwicklerteams Agenten, Modelle, Datensätze, Evaluierungen und Suchindizes erstellen und betreiben, ohne ständig zwischen mehreren Azure-Diensten hin und her zu springen.

Agentendienste, Wissensanbindung und zentrale Steuerung

Kern der Plattform ist der Foundry Agent Service. Er beherrscht jetzt Multi-Agenten-Workflows, persistenten Speicher und Governance-Funktionen für den Unternehmenseinsatz, sodass sich mehrere spezialisierte Agenten innerhalb komplexer Prozesse koordinieren lassen. Dazu kommt Foundry IQ, ein Wissenssystem auf Basis von Azure AI Search, das Agenten über eine einzige Wissensbasis an mehrere Datenquellen aus dem Unternehmen anbindet. Für Betrieb und Aufsicht gibt es die Foundry Control Plane, eine zentrale Ebene für Observability, Sicherheit und Governance von KI-Agenten mit flottenweiter Sichtbarkeit und Lebenszyklusverwaltung.

Auf Modellebene gibt es einen Model Router. Er wählt für jede Anfrage in Echtzeit das passende Sprachmodell aus und schaut dabei auf Faktoren wie die Komplexität der Eingabe und die Kosteneffizienz. Nach Angaben von Microsoft stehen über die Plattform mehr als 11.000 Modelle mit integrierter Governance bereit. Auch die Observability-Funktionen sind allgemein verfügbar, darunter Tracing, Evaluatoren für Qualität, Risiko und Sicherheit, das Ausführen von Evaluierungen in der Cloud sowie AI Red Teaming.

Claude und GPT unter einem Dach, dazu Sora 2

Beim Modellangebot betont Microsoft, dass Azure als einziger Cloud-Anbieter sowohl die Claude-Modelle von Anthropic als auch die GPT-Familie von OpenAI bereitstellt. Verfügbar sind unter anderem Claude Haiku 4.5, Claude Sonnet 4.5 und Claude Opus 4.1 neben den OpenAI-Modellen. Neu in der öffentlichen Vorschau ist außerdem die Sora-2-API, mit der sich Video- und Audiogenerierung in Foundry-Workflows einbinden lässt.

Mit dem neuen Namen stellt Microsoft Foundry auf eine Stufe mit Microsoft 365 und Microsoft Fabric und behandelt es als eigenständige Säule der Produktstrategie, die der Konzern als Fabrik für KI-Anwendungen und Agenten beschreibt. Modellbetrieb, Agentenkoordination, Wissensanbindung und Aufsicht landen damit in einer einzigen Umgebung. Adressat sind Entwicklerteams, die agentische Systeme im Unternehmensumfeld produktiv betreiben wollen.

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