Microsoft beendet die Entwicklung von Copilot auf Xbox-Konsolen. Gleichzeitig soll die mobile Version des KI-Assistenten schrittweise auslaufen. Das teilte Xbox-Chefin Asha Sharma am Dienstag im Zusammenhang mit einer Neuordnung des Xbox-Plattformteams mit.
Xbox richtet Plattformteam neu aus
Sharma begründete den Schritt mit einer veränderten Ausrichtung der Xbox-Sparte. Xbox müsse schneller werden, näher an der Community arbeiten und Reibungspunkte für Spieler sowie Entwickler abbauen. Funktionen, die nicht mehr zu dieser Richtung passen, sollen deshalb zurückgenommen werden. Dazu zählt nun auch Copilot.
Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Microsoft die Xbox-Organisation sichtbar umbaut. Im Plattformteam wurden mehrere Führungsrollen neu besetzt. Gleichzeitig kommen auch Manager aus Microsofts CoreAI-Bereich hinzu, in dem Sharma vor ihrem Wechsel an die Spitze von Xbox tätig war. Der Fokus liegt damit offenbar stärker auf der technischen Plattform, internen Abläufen und schnelleren Produktentscheidungen.
Rückzug nach ambitionierter Ankündigung
Microsoft hatte Copilot for Gaming erst im vergangenen Jahr größer vorgestellt. Der Assistent sollte Spielern unter anderem beim Einstieg in Spiele helfen, Tipps geben und den Umgang mit bestimmten Spielinhalten erleichtern. Im März wurde noch angekündigt, dass Copilot auch auf aktuellen Xbox-Konsolen erscheinen soll.
Dazu kommt es nun nicht mehr. Die mobile Variante wird zurückgefahren, die Konsolenversion nicht weiterentwickelt. Für Microsoft ist das ein klarer Kurswechsel bei einem Thema, das zuletzt eng mit der allgemeinen KI-Strategie des Unternehmens verbunden war.
Sharma setzt früh eigene Akzente
Asha Sharma übernahm die Xbox-Führung im Februar von Phil Spencer. Seitdem wurden bereits mehrere Änderungen angestoßen. Dazu zählen die stärkere Konzentration auf die Marke Xbox, Anpassungen bei Xbox Game Pass und nun auch die Entscheidung gegen Copilot in der bisher geplanten Form.
Der Schritt zeigt, dass Microsoft bei Xbox offenbar stärker priorisiert. Nicht jedes KI-Projekt bleibt automatisch Teil der Produktstrategie, nur weil es technisch naheliegt oder zum größeren Microsoft-Konzern passt. Für die Xbox-Sparte rücken zunächst Plattformfragen, Entwicklerprozesse und die Nutzererfahrung in den Vordergrund.
Offen bleibt, welche Rolle KI künftig im Xbox-Ökosystem spielen wird. Copilot auf Konsole gehört nach der aktuellen Entscheidung jedenfalls nicht mehr zur kurzfristigen Planung.
