Twitch geht 2016 gegen Anbieter von Viewbot-Diensten vor

Twitch hat am 17. Juni 2016 angekündigt, öffentlich gegen sieben der aktivsten Anbieter von Viewbot-Diensten vorzugehen. In einem offiziellen Blogbeitrag erklärte die Plattform, dass sie dazu eine öffentliche Klage eingereicht habe.

Viewbots erzeugen künstliche Zuschauerzahlen, Follower und Chat-Aktivität. Nach Darstellung von Twitch nutzten manche Anbieter diese Dienste, damit Kanäle größer wirken und bessere Chancen auf eine Partnerschaft erhalten. In anderen Fällen würden Bots eingesetzt, um fremde Kanäle zu belästigen oder deren Bewerbung für das Partnerprogramm zu erschweren.

Künstliche Reichweite gefährdet Partnerschaften

Für Twitch sind die manipulierten Kennzahlen nicht nur ein technisches Problem. Partner können zusätzliche Funktionen nutzen, ihre Inhalte monetarisieren und kostenpflichtige Abonnements anbieten. Künstliche Reichweite beeinflusst damit auch die Auswahl und Bewertung von Kanälen.

Die Plattform setzte bereits technische Erkennungssysteme ein, um falsche Zuschauer zu erkennen und zu entfernen. Zusätzlich untersuchten Moderation, Support und das Partnerteam gemeldete Auffälligkeiten bei Zuschauer- und Followerzahlen sowie im Chat jeweils im Einzelfall.

Klage ergänzt technische Kontrollen

Mit der Klage gegen sieben aktive Verkäufer von Viewbot-Diensten ergänzte Twitch diese Maßnahmen um einen juristischen Schritt. Der Blogeintrag beschreibt die Anbieter als Verantwortliche für die künstlich erzeugte Aktivität, ohne einzelne Streamer pauschal als Beteiligte darzustellen. Twitch verwies zugleich darauf, dass die Nutzung solcher Dienste allen betroffenen Kanälen und der Community schade.

Twitch war zu diesem Zeitpunkt auch auf der Xbox One fest verankert. Ein März-Update für Xbox One hatte kurz zuvor Party-Audio mit Zustimmung der Beteiligten in Twitch-Streams ermöglicht. Die Plattform war damit sowohl für individuelle Kanäle als auch für offizielle Gaming-Übertragungen ein relevanter Verbreitungsweg.

Twitch riet der Community, keine Viewbot-Dienste zu kaufen. Die öffentliche Klage sollte die Anbieter neben der technischen Erkennung direkt für ihr Geschäftsmodell verantwortlich machen.

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