Der Branchenverband Game setzt sich für eine Weiterführung des Gründungs-Stipendiums Games ein. In einer neunseitigen Stellungnahme an das zuständige Bundesministerium spricht sich der Verband für eine zweite Programmphase aus. Ziel sei es, die im Rahmen von „Press Start“ angestoßene Gründungsdynamik zu verstetigen und strukturelle Lücken in der Frühphasenförderung zu schließen.
Bilanz der ersten Förderphase
Für das Ende 2024 gestartete Programm hatte der Bund rund 8 Millionen Euro aus dem Kulturhaushalt bereitgestellt. 132 Teilnehmende – sowohl Solo-Entwickler als auch Teams – erhielten über einen Zeitraum von 18 Monaten eine monatliche Unterstützung in Höhe von 2.750 Euro. Ergänzt wurde die finanzielle Förderung durch Mentoring-Angebote, Branchenkontakte sowie Präsenzformate im Umfeld der gamescom.
Voraussetzung für die Teilnahme war die verbindliche Absicht, ein eigenes Studio zu gründen. Andernfalls wären anteilige Rückzahlungen fällig geworden. Nach Angaben des Verbands kam es in allen geförderten Fällen zu einer Gründung, Abbrüche wurden bislang nicht verzeichnet. Insgesamt sind aus dem Programm 75 neue Games-Startups hervorgegangen, die sich nun im Marktumfeld etablieren müssen.
Fokus auf Gründerpersönlichkeiten und Studiokonzepte
Mit Blick auf eine mögliche Fortsetzung schlägt der Verband eine inhaltliche Justierung vor. „Press Start 2.0“ könnte unmittelbar nach Auslaufen der aktuellen Runde im Juni beginnen, allerdings mit geringerer Teilnehmerzahl. Der Schwerpunkt soll stärker auf der Entwicklung unternehmerischer Kompetenzen liegen. Neben der Projektidee stünden künftig die „tragfähige Gründerpersönlichkeit“ sowie ein belastbares, marktfähiges Studiokonzept im Zentrum.
Vorgesehen ist ein mehrstufiges Auswahlverfahren mit vertiefter Prüfung der Bewerber. Die monatliche Unterstützung von 2.750 Euro soll beibehalten werden. Je nach Ausgestaltung werden für eine Neuauflage Mittel zwischen 2 und 3,5 Millionen Euro veranschlagt. Darin enthalten wären auch die organisatorischen Aufwendungen der Stiftung Digitale Spielekultur, die das Programm im Auftrag des Game-Verbands umsetzt.
Einordnung in die Bundesförderung
Zur Finanzierung einer zweiten Programmphase äußert sich die Stellungnahme nicht konkret. Im Haushalt des zuständigen Ministeriums sind für die Games-Förderung insgesamt 125 Millionen Euro vorgesehen, davon 120 Millionen Euro für die Computerspieleförderung des Bundes. Nach öffentlich zugänglichen Angaben wurde bislang nur ein Teil dieser Mittel beantragt beziehungsweise bewilligt.
Das Gründungs-Stipendium adressiert insbesondere die Frühphase von Studio-Gründungen, die von der regulären Projektförderung des Bundes aufgrund formaler Anforderungen häufig nicht abgedeckt wird. In der industriepolitischen Debatte wird diese Lücke seit Jahren thematisiert, da hohe Eigenkapitalanforderungen und komplexe Antragsverfahren für junge Teams eine Hürde darstellen können.
Ob und in welchem Umfang eine Fortsetzung realisiert wird, hängt von der politischen Prioritätensetzung im laufenden Haushaltsjahr ab. Die Stellungnahme des Verbands ist im Lobbyregister des Bundestags dokumentiert.
